| Mein
Stiefvater Peter Podehl hat das Drehbuch zum kleinen Muck
geschrieben(1953). Anfänglich war ein Kind nicht für die
Hauptrolle eingeplant. Meine Mutter war zu Probeaufnahmen
eingeladen und nahm mich mit einer Vorahnung mit. Sie setzte mir
in einer Drehpause einfach den Turban auf den Kopf, als Wolfgang
Staudte mich sah, wurde er sofort auf mich aufmerksam und besetzte
mich nach Probeaufnahmen an meinem 11. Geburtstag mit der Rolle.
Eine Woche später fingen wir an zu drehen. Da ich auf Grund der
Dreharbeiten aus der Schule genommen wurde, musste ich viel
nacharbeiten.
"Die Geschichte vom
kleinen Muck" war einer der letzten Filme, auf den kein
politischer Einfluss ausgeübt wurde.
Nachdem die Urfassung des
Drehbuches meines Vaters vom "Tapferen Schneiderlein" zu
sehr durch politische Zwänge in seinem Inhalt beschnitten werden
sollte, beschloss meine Familie 1955 in den Westen zu
übersiedeln.
Da ich nie Schauspieler
werden wollte, studierte ich Medizin und bin heute
Hochschullehrer. Ich leite einen Arbeitsbereich Präventiv- und
Verhaltensmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover
mit Schwerpunkt Stressforschung.
"Die Geschichte vom kleinen Muck" wurde von weit mehr als 100 Mio. Menschen in
aller Welt gesehen, sogar in China. Es soll der Lieblingsfilm von
Ho-Chi-Min gewesen sein.
Thomas Schmidt |